Soziale Gruppe

Familienorientiert Schülerhilfe der AGFJ Familienhilfe an der Kurt-Waibel-Schule

Die familienorientierte Schülerhilfe (Kurzform: Famschü / Famos) stellt eine Sonderform der Schulsozialarbeit dar. Für eine begrenzte Zahl von Schülerinnen und Schülern (meist 8 Kinder) – die von der Schule vorgeschlagen werden – wird eine Jugendhilfemaßnahme (Hilfe zur Erziehung) nach § 29 KJHG (Soziale Gruppenarbeit) installiert. Diese Maßnahme müssen die Erziehungsberechtigten beim zuständigen Jugendamt beantragen. Im Amt wird der Bedarf überprüft. Der Schulbericht trägt entscheidend zu einer möglichen Bewilligung bei. Nach Gewährung der Maßnahme übernimmt das Jugendamt die Kosten für die Betreuung des Kindes in der Schülergruppe.

Die Schülerinnen und Schüler werden von fachlich ausgebildeten Personen (Sozialpädagogen, Sozialarbeitern usw.) betreut. Die Eltern verpflichten sich durch die Antragstellung zum Wohle des Kindes mit der Betreuungsperson und der Schule zusammenzuarbeiten und an den halbjährlich stattfindenden Hilfeplangesprächen mitzuwirken.

Die zuständigen Betreuungspersonen sind jeweils zu zweit an 3 Tagen in der Woche an der jeweiligen Schule. Der Vormittag wird genutzt für:

  • Elterngespräche

  • Lehrerkontakte

  • Kontakte mit den Jugendamt als Träger der Maßnahme

  • Vorbereitung/Nachbereitung der Gruppennachmittage

  • Administrative Tätigkeit (Berichterstattung, Aktennotizen, Ablage, Verwaltung usw.)

  • Einkauf und Vorbereitung des Mittagessens

  • Einzelbetreuung verschiedener Kinder

  • u. a. anfallende Arbeiten

Die familienorientierte Schülerhilfe ist ein „niederschwelliges Angebot“ zum Sozialen Lernen, wofür die Gruppenkinder bestimmte Bedingungeneingehen müssen:

  • Bereitschaft zur freiwilligen Teilnahme an der Schülergruppe

  • Selbständige Bewältigung des Nachhauseweges

  • Anerkennung der Gruppenregeln

  • Bereitschaft, nach dem persönlichen Verhaltensplan zu handeln

Zur Zielgruppe gehören Kinder, die

  • Sozialisationsdefizite aufweisen

  • Auffälligkeiten im Sozialverhalten zeigen

  • eingeschränkte soziale Kompetenzen haben

  • Kontaktschwierigkeiten zu Gleichaltrigen haben

  • ein geringes Selbstwertgefühl haben

  • Defizite in der Kommunikations- und Wahrnehmungsfähigkeit haben

  • Entwicklungsprobleme oder Schulprobleme haben

Die Schülerinnen und Schüler werden in der Regel von den LehrerInnen bzw. der Schulleitung für den Besuch der Schülergruppe vorgeschlagen, die dies mit den Eltern im Vorfeld besprechen.

Im Mittelpunkt stehen das soziale Lernen und ein kooperatives Miteinander. Weitere soziale Lerninhalte der familienorientierten Schülerhilfe sind:

  • Eigenständige Erledigung der Hausaufgaben

  • Adäquater Umgang mit Konflikten (Konfliktmanagement)

  • Akzeptanz von Regeln und Grenzen

  • Verbesserung/Stärkung der Kontakt/Beziehungsfähigkeit

  • Lebenspraktisches Lernen (Kochen, Küchendienst, Hygiene, Sauberkeit, Ordnung)

  • Wahrnehmen und Anwenden der eigenen Fähigkeiten, neue Interessen finden

  • Kreative Ausdruckmöglichkeiten und Gestaltung ( Malen, Zeichnen, Basteln, Werken, Tanzen, Singen, Theater spielen) kennenzulernen und auszuüben

  • Spielen jeglicher Art (freies Spiel mit verschiedenen Spielzeugen, geregelte Brettspiel)

  • Selbstreflexion des Verhaltens durch das pädagogische Instrumentarium in der Abschlussrunde/ in Einzelgesprächen (Detektivplan, Sternchenplan, Gruppenvertrag etc.)

  • Demokratische Umgangs- und Gestaltungsformen (Gruppendiskussion, Mehrheits-abstimmungen)

  • Kommunikative Fertigkeiten erwerben (Fragen, Bitten, Loben, Danken, Diskutieren u.a.)

  • andere alltagsbezogene Inhalte, damit die Kinder mehr Sozialkompetenz erlangen

An der Kurt-Waibel-Schule findet die Schülergruppe/ Soziale Gruppe an folgenden Tagen statt:

Dienstag 12:00 bis 17:00 Uhr Mittwoch 12:00 bis 17:00 Uhr Donnerstag 12:00 bis 17:00 Uhr

Die Hauptbetreuungszeit der Schülerinnen und Schüler ist nach Schulschluss und dauert bis ca. 17 Uhr. Nach einem gemeinsamen Mittagessen, der Erledigung der Hausaufgaben und des Küchendienstes wird die verbleibende Zeit für Freizeitaktivitäten jeglicher Art und nach Interessenslage der Kinder genutzt. Auch in verschiedenen Ferien finden mehrere Gruppenveranstaltungen statt, die für ausgedehnte Ausflüge genutzt werden.

Methoden:

Ein feststrukturierter und im Ablauf weitestgehend gleichbleibender Gruppenalltag soll den Kindern einen festen Rahmen bieten für die inhaltliche und methodische Arbeit.

Der Gruppennachmittag beginnt mit dem Mittagessen und einer Anfangsrunde, bei der jeder erzählt, wie es ihm geht, was er wichtiges zu berichten hat und was er sich für den Nachmittag wünscht. Bei der Zubereitung des Essens wird Wert auf gesunde und abwechslungsreiche Angebote geachtet. Aber auch die Essenwünsche der Kinder findet Berücksichtigung. Hierbei gilt die Regel: Jeder probiert das Essen.

Die regelmäßige Erledigung des Küchendienstes, bei dem an Hand eines Planes jedes Kind immer wechselnde Aufgaben übernimmt, wie z.B. Tisch decken, Tisch abräumen, Tisch abwischen, Abtrocknen, Sauberes Geschirr in den Schrank räumen, Kompost bzw. Müll rausbringen.

Durch den Einsatz des pädagogischen Instrumentariums (Verhaltens-, Detektivplan, „Gut-Scheine“) und die abschließende Reflektionsrunde, können die Kinder sich für ihre erbrachten Leistungen belohnen, aber auch Kritik üben. Diese Arbeitsmittel stellen einen hohen Motivationscharakter dar.

Die Kinder haben durch den Einsatz ihrer „Gutscheine“ die Möglichkeit das Freizeitangebot und das Mittagessen speziell nach ihren Wünschen zu gestalten oder die Gutscheine in geldwerte Gutscheine umzuwandeln und sich etwas zu kaufen.

Familienorientierte Schülerhilfe arbeitet fähigkeitsorientiert nicht defizitorientiert.

Dauer:

Diese Betreuungsform ist in der Regel für zwei Jahre für ein Kind vorgesehen. Bei Bedarf kommt es zu einer Verkürzung bzw. einer Verlängerung. Es kann aber auch die Feststellung getroffen werden, dass eine weitergehende intensivere Betreuungsform für das betreffende Kind nötig wird.

Hilfeplanung:

Vor Beginn der Maßnahme wir vom Jugendamt ein Hilfeplan erstellt. Der Entwicklungsverlauf des Kindes wird in halbjährlichen Hilfeplangesprächen (Beteiligte: Eltern, Jugendamt, Betreuungsperson, das Kind und bei Bedarf die Lehrer/in, ggf. Familienhelfer/in u.a. betreuende Personen) besprochen und in einem weiterführenden Hilfeplan niedergeschrieben, den alle Beteiligte erhalten. Im Hilfeplan werden auch die weitere Vorgehensweise, die Betreuungsinhalte sowie die anvisierte Dauer festgelegt.

Betreuungsteam der Schülergruppe: 

Name

Petra Lengefeld

Dominik Gentner

Ausbildung:

Dipl. Sozialarbeiterin FH

Sozialpädagogische Familienhilfe

nach dem Heidelberger Modell

Staatl.geprüfter Jugend- und Heimerzieher

Zertifizieter Umwelt- und Erlebnispädagoge

Mobiltelefon:

0163-80 88 278

0163-80 88 272

Präsenzzeiten:

Di, Mi, Do

und nach Vereinbarung

 

Mail:

petra.lengefeld@agfj-heidelberg.de

dominik.gentner@agfj-heidelberg.de

   

Unterstützt werden die Betreuerinnen in der sozialen Gruppenarbeit durch Praktikanten, um eine Tandem-Betreuung zu gewährleisten.